Ein voller Schlosspark, ein selten zu hörendes Horn-Solo und die Uraufführung eines eigens für das Orchester komponierten Werks: Die Sommerserenade der Musikfreunde Eppingen bot einen abwechslungsreichen Konzertabend mit besonderen Akzenten.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren in den Schlosspark Gemmingen gekommen, um das Open-Air-Konzert unter der Leitung von Antoine Cottinet zu erleben. Die Plätze füllten sich rasch. Unter den alten Bäumen entstand eine stimmungsvolle Kulisse für das traditionsreiche Parkkonzert.

Das rund 25-köpfige Orchester präsentierte ein Programm von Barock bis Modere. Die „Rumänischen Volkstänze“ von Béla Bartók eröffneten den Abend mit rhythmischer Energie und folkloristischem Temperament. Ausgewählte Sätze aus der Suite in D-Dur von Johann Sebastian Bach setzten anschließend mit festlicher Klarheit und tänzerischer Leichtigkeit einen deutlichen Kontrast.

Besonders überzeugte die Hornistin Leonie Fischer mit Joseph Haydns Hornkonzert Nr. 1 in D-Dur. Solokonzerte für Horn sind nur selten zu erleben. Zugleich stellt das Werk mit seiner großen Spannweite zwischen sehr hohen und sehr tiefen Tönen außergewöhnliche Anforderungen an die Solistin. Fischer meisterte die anspruchsvolle Partie souverän und überzeugte mit warmem Ton, technischer Präzision und großer musikalischer Ausdruckskraft. Ihre Interpretation wurde mit starkem Beifall gewürdigt.

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Uraufführung von Summer Reverie. Jiakai Xu, selbst Cellist im Orchester, hatte das dreisätzige Werk eigens für die Musikfreunde Eppingen komponiert. Die Komposition verbindet einen rhythmisch bewegten Tanz mit ruhigen nächtlichen Passagen und einem kraftvollen, an ein aufziehendes Gewiiter erinnernden Schlussteil. So entstand ein facettenreiches zeitgenössisches Werk, das seine Wirkung unter freiem Himmel besonders gut entfaltete.

Mit langanhaltendem Applaus dante das Publikum der Solistin, dem Komponisten, dem Dirigenten und dem gesamten Orchester für einen gelungenen Konzertabend.